Imprint
Fazzolettino, Marc Reist




Der Beginn des Kunstzyklusses "Fazzoletti" am nächsten Freitag erfolgt praktisch in dreidimensionaler Form, nämlich: Filmisch, mit Fassadenschmuck an der Kreuzgasse und Eröffnung der Ausstellung von Bildern, Grafiken und Skulpturen des Schnottwiler Künstlers Marc Reist in der Galerie ARTis.

K-M. Die Thematik "Fazzoletti" der Ausstellung und der Fassadendekoration geht auf eine 3,5 Tonnen wiegende Marmorskulptur namens "Fazzolettino" von Marc Reist zurück. Im Ver-gleich zum Titel "Taschentüchlein" ein scheinbarer Widerspruch in sich. Doch um die Zusammenhänge rund um die Entstehung der Skulptur rankt sich eine faszinierende, filmisch festgehaltene Story über Beschaffung, Transport und Bearbeitung eines 15,5 Tonnen schweren Marmorblockes. Dieser orientierend kommentierte Kurzfilm von Emanuel Stotzer erlebt am Freitag um 19 Uhr im Kellertheater Lindenhof in Büren seine Premiere. Er vermittelt einen Begriff von der Grösse, Gewinnung und Bedeutung des weltbekannten Marmors im Bergwerk und für Carrera. "Nachkommen" der Grundform Nach der Filmpremiere folgt um 19 Uhr bei der Galerie AR-Tis an der Kreuzgasse die Vernissage der Ausstellung von Bildern, Grafiken und Skulpturen von Marc Reist. Bei den Acrylbildern verwendet Reist weiche Leinwand mit Farbauftrag mit-tels Spachtel und Hölzern in den Tönen gelb, braun, umbra, erdig. Der Uebergang von der Landschaft bei der vielfach sichtbaren Horizontlinie erfolgt fliessend und führt so in eine lichte Weite des Alls. Die Grafiken in eher leuchtendem Kolorit sind auf einer Andruckpresse aus dem Jahre 1951 in zweidimensionaler Technik entstanden. Die Bilder sind farbharmonikale Synthesen, welche gegenständlich nichts mehr, inhalts- und ausdruck-mässig viel bedeuten. Am meisten Beziehung zu "Fazzoletti" haben die Skulpturen mit ihren farblichen und ge-stalterischen Annalogien aus Stahl und Stein. Moderne und Geschichte Absoluter, nicht übersehbarer Blickfang sind die an 5 Stellen mit rot leuchtenden "Fazzolettis" aus Stahl dekorierten Kreuzgasse-Fassaden. Wie schon die Fotomontage zeigt, ist der Ausstrahlungseffekt einzigartig. Dazu illustriert die spontane künstlerische Idee die absolute Verträglichkeit von Moderne und Historie.